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Die Dreigroschenoper

Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern
von Bertolt Brecht
Nach John Gays »The Beggar’s Opera«
übersetzt aus dem Englischen von Elisabeth Hauptmann
Musik von Kurt Weill
Die Vorstellung dauert eine Stunde und fünfzig Minuten. Es gibt keine Pause.
Termine
23.05.12, 20:00 Uhr (Zum letzten Mal)
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»Ja, das könnte ein Renner werden am Deutschen Schauspielhaus. Diese ›Dreigroschenoper‹, deren schmissige Songs mal an große Oper, mal an die roaring twenties und mal an Leierkasten-Balladen erinnern.«
»›Volles Haus. Viel Applaus“, schrieb Alfred Kerr 1928 unter seine Rezension der Uraufführung der „Dreigroschenoper‹. So war’s auch am Sonnabend im Schauspielhaus.« (Hamburger Abendblatt)

»Elegantes Facelift für den Brecht-Klassiker« (Hamburger Morgenpost)

»Die Band im Hamburger Schauspielhaus ist wirklich exzellent. Sie geht bei Brechts ›Dreigroschenoper‹ weit über das Bedienen der bekannten Songs hinaus und zaubert eine stimmige, vielschichtige Interpretation von Kurt Weills Musik auf die Bühne.« (Flensburger Nachrichten)

»Was heißt das, nett? Das ist doch nicht nett, du Idiot! Das ist doch Kunst und nicht nett.«
BERTOLT BRECHT, DIE DREIGROSCHENOPER

Ist die Dreigroschenoper noch zu retten? Als das Werk 1928 auf der Bühne des Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin erschien, war es eine Sensation, unwiederholbar: in seiner Mischung aus Musik, die in ihren Mitteln so avanciert wie populär war, und einer, nun ja, lässig erzählten Geschichte, die sich nichts Geringeres vornahm, als den gesellschaftlichen Zynismus mit den Mitteln des Unterhaltungstheaters provokativ zu unterlaufen. Das Ergebnis ist bekannt: Erstickungstod durch Erfolg. Grund genug für den Versuch, dem Werk von neuem auf seine inhaltlichen Sprünge zu verhelfen. Wie? Durch ein Ur-Brechtsches Mittel: die Verfremdung. Anstatt im gefälligen Einklang mit dem Zynismus des Textes seine Pointen zu genießen, wollen wir Motivforschung bei den Figuren betreiben. Herausbekommen, was es wohl ist, das da in ihnen »lügt, hurt, stiehlt und mordet«, die alte Frage Büchners, seinem Danton in den Mund gelegt. Der Mensch ist ein Abgrund, die Welt sowieso: Aus den Comics kennen wir die Figur, die, meistens auf der Flucht, über einen Abgrund hinausgetragen wird. Und wehe, sie blickt hinab... So wollen wir die Dreigroschenoper erzählen. Die Geschichte eines Verbrechers, den fallen zu lassen sich die Gesellschaft gar nicht leisten kann, soll nicht das ganze System zusammenbrechen. Die Geschichte eines Kampfes aller gegen alle. Die Geschichte der (Z)Ersetzung von Liebe durch – Interessen. Im großen Reich der Verdinglichung. Eine Forschungsreise in den vermeintlich bekannten Kontinent eines Unterhaltungs-Klassikers. Ins Herz der Finsternis. Mit Musik.

Premiere am 24. April 2010 im Schauspielhaus
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