Am Königsweg

von Elfriede Jelinek / Repertoire

Uraufführung 28/10/2017

SchauSpielHaus

Dauer: Drei Stunden, 30 Minuten, eine Pause

Termine

23/
06/So SchauSpielHaus / zum 25. Mal

Die Inszenierung »Am Königsweg« wurde zum Berliner Theatertreffen und den Mülheimer Theatertagen 2018 eingeladen und gewann dort den Publikumspreis.

In der jährlichen Kritikerumfrage der Fachzeitschrift »Theater heute« ist Elfriede Jelineks »Am Königsweg« von der Mehrheit der 43 befragten Theaterkritiker*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zum „Stück des Jahres“ gewählt worden. Die Uraufführung am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg von Falk Richter ist die „Inszenierung des Jahres“. Benny Claessens kürten die Kritiker*innen für seine darstellerischen Leistung in der Hamburger Inszenierung zum „Schauspieler des Jahres“. Und auch das Kostümdesign von Andy Besuch erhielt die Auszeichnung "Kostüme des Jahres".

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„Achtung, hier kommt der neue König…!“ Der Sieger, der Vorkämpfer, der Anführer, der Gewinner, der Vater, der Erlöser, der Gott: Viele Namen trägt der gerade erwählte König, doch wie er wirklich heißt, wird nie direkt ausgesprochen: Donald J. Trump ist Anlass, aber nicht Essenz des neuen Stückes von Elfriede Jelinek. Sie stellt sich grundsätzlichere Fragen wie: Wieso treten Rechtspopulismus und Superkapitalismus stets gemeinsam auf? Bedeutet der Sieg dieses Königs nicht die gespenstische Rückkehr des „Alten“, „historisch Überlieferten, auch wenn damals Millionen daran krepiert sind“? Und wieso steht der Verblendung der neuen Rechten keine Hellsicht der Gegner gegenüber? Wieso sind in diesem Schauspiel alle blind?

Gleich zu Beginn des Stückes: Auftritt der Autorin als blinde Seherin; sie blutet aus den Augen, später auch aus dem Mund. Der König tritt als blinder Ödipus auf. Er bringt die Pest und wird bald ausgestoßen werden, aber noch sitzt er in seinem goldenen Turm auf goldenen Stühlchen, trinkt mit seiner goldigen Familie aus goldenen Bechern. Seine Anhänger und Gegner schlagen derweil aufeinander ein wie Kasperle auf das Krokodil. Wo sind wir hier? In einer Monster Horror Picture Show? Im Unterschichtsfernsehen? Einem schlechten Imperator-Film? In einem Helden-Cartoon? Trumps Selbstinszenierung liefert die perfekte Steilvorlage für Jelineks geniale Parodie. Und doch bleibt Verzweiflung, Ohnmacht und Erschrecken spürbar: über den Hass und die Wut der neuen weißen Rotten, über Nationalismus und Rassismus, die wie monströse Zombies aus alten Gräbern wiederauferstehen.

Falk Richter, Regisseur und Autor, wurde 1969 in Hamburg geboren und zählt zu den bedeutendsten Theaterregisseuren und Gegenwartsdramatikern. Er studierte Theaterregie in Hamburg und schrieb bald darauf eigene Stücke, in denen er die Nicht-Verfasstheit seiner Generation spürbar machte. Einer seiner frühen Erfolge war »Gott ist ein DJ« am Staatstheater Mainz. 2000 wurde er mit »Nothing hurts« zum Theatertreffen eingeladen. Seitdem arbeitet er an renommierten Häusern in ganz Europa, inszeniert Opern, eigene und klassische Stücke. Elfriede Jelineks »Königsweg« ist seine erste große Inszenierung am Deutschen SchauSpielHaus.

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Fotos: Arno Declair

Es spielen: Idil Baydar, Benny Claessens, Matti Krause, Anne Müller, Ilse Ritter, Tilman Strauß, Julia Wieninger, Frank Willens

Regie: Falk Richter Bühne: Katrin Hoffmann Kostüme: Andy Besuch Komposition und Musik: Matthias Grübel Video: Michel Auder, Meika Dresenkamp Licht: Carsten Sander Dramaturgie: Rita Thiele Ton: Lukas Koopmann, André Bouchekir, Hans-Peter ›Shorty‹ Gerriets Videotechnik: Alexander Grasseck, Antje Haubenreisser
Kooperationspartner

Pressestimmen

Frankfurter Rundschau

"Es ist ein hochamüsanter Kniefall vor dieser brillanten Analyse von Schuld, Verantwortung und Hybris aller."

Radio Bremen

"Zusammengefasst eine wirklich ganz tolle, großartige Inszenierung."

Neue Zürcher Zeitung

"Eine großartige Bühnen-Geisterbahnfahrt zwischen Schmerz- und Scherzabgründen. Laut, schrill, unausweichlich."

Nachtkritik

"Überaus stimmig, mit welcher Konsequenz sich Richters Regie hier auf diesen so klugen wie schonungslosen Text einlässt."

Süddeutsche Zeitung

„Das Polit-Stück der Stunde.“

Die Deutsche Bühne

"Beeindruckende und stimmige Töne und Bilder für das Stück der Nobelpreisträgerin."

Hamburger Abendblatt

„Richter inszeniert den Text klug und ziemlich spektakulär: Schon das Bühnenbild von Katrin Hoffmann, eine Mischung aus neureicher Barock-Bude, Thronsaal, Kindergeburtstag und TV-Studio, ist ein Hingucker. […] Alle Mitglieder – Julia Wieninger, Anne Müller, Matti Krause, der fantastische Tänzer Frank Willens und Ensemble-Neuzugang Tilman Strauß – meistern ihre Parts mit Bravour. […] Es sind diese klug platzierten Übergänge zwischen Text-Deklamation, Kasperletheater und Songs zur Erholung, die diesen Abend bei aller theatraler Überwältigung sehr dringlich und konsequent machen. »Am Königsweg« ist das Stück zur Lage der Welt. Starker Applaus nach fesselnden dreieinhalb Stunden.“

NDR 90.3

"Dieser große Theaterabend zielt mitten ins Herz der momentanen Weltlage. Elfriede Jelinek und Falk Richter, das ist ein in diesem Fall kongeniales Duo. […] Ganz großes Theater."

Die Deutsche Bühne Online

„Laute, schrille und leise, intensive Szenen hat Regisseur Falk Richter kunstvoll miteinander verwoben […]. Insgesamt findet diese Uraufführung beeindruckende und stimmige Töne und Bilder für das Stück der Nobelpreisträgerin.“

Nachtkritik

„Elfriede Jelineks »Am Königsweg« ist das Stück der Stunde: eine Auseinandersetzung mit dem erstarkenden Rechtspopulismus im Allgemeinen […], vor allem aber ist es eine gnadenlose Abrechnung mit der Hilflosigkeit der Intellektuellen, die keine Antwort finden auf die explosionsartige Ausbreitung von Dummheit, Geschmacklosigkeit und Gewalt. […] Überaus stimmig, mit welcher Konsequenz sich Richters Regie hier auf diesen so klugen wie schonungslosen Text einlässt.“

3sat Kulturzeit

"Was will man mehr von einem Theaterabend?"

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