Out There 14+

Postgraduierten-Projekt in Kooperation mit der Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg
von Stanislava Jević nach eine Idee von Dominique Enz

Uraufführung 20/05/2022

Studio Wiesendamm

Dauer: ca. Eine Stunde, 20 Minuten. Keine Pause.

“Out there, beyond right and wrong, there is a field, where we will meet.“
Rumi

Auf einer Klima-Demo hält Angelina eine leidenschaftliche Rede und Leo ist nur zufällig im Publikum. Als sich ihre Blicke treffen, schlägt die Liebe ein wie ein Blitz. Ohne voneinander zu wissen, versuchen beide, auf Instagram das Leben der anderen zu ergründen – bis sie anfangen, sich via Chat, Sprachnachricht und Telefon kennenzulernen. Gerade die Unterschiedlichkeit der beiden löst eine gegenseitige Faszination aus: Angelina ist ehrgeizig, Klassenbeste, spielt Klavier, Volleyball und engagiert sich bei Fridays for Future. Leo hängt sehr viel allein rum, hat eine chaotische Patchwork-Familie, düstere Fantasien und befindet sich gerade inmitten eines Prozesses, sich als genderfluid zu outen. Dey* fühlt sich mal mehr als Mädchen, mal mehr als Junge und das ist anstrengend. Angelina ist für Leo da, hört zu, versucht Leo zu unterstützen. Doch irgendwann wird es ihr zu viel. Warum fragt Leo nie danach, wie es ihr geht, wie sie lebt, was ihr Problem ist? Beide sehnen sich nach einer Person „out there“, der sie nahekommen können und doch halten beide Geheimnisse zurück. Sind ihre beiden Welten unvereinbar?
Das Stück erzählt berührend davon, wie sich zwei junge Menschen von heute aus ganz unterschiedlichen sozialen Milieus in Wellenbewegungen immer wieder annähern und voneinander abstoßen. Die Inszenierung erzählt multiperspektivisch: Die Zuschauer*innen werden im ersten Teil in zwei Hälften geteilt und folgen jeweils einer Figur, um im zweiten Teil die Perspektive zu wechseln. Erst im dritten Teil trifft das Publikum zum ersten Mal mit beiden Figuren in einem Raum physisch aufeinander. Das Projekt erforscht, wie sich Liebesbeziehungen und die Kommunikation in digitalen Zeiten verändert haben und wie man davon im Theater erzählen kann.

„Out There“ ist das erste Postgraduierten-Projekt, das in Kooperation mit der Theaterakademie entsteht und von der Claussen-Simon-Stiftung ermöglicht wird.

*Dey ist ein Neopronomen für genderfluide und non-binäre Personen.

Die Bühnenbilder wurden zu 75 Prozent aus im Theater vorhandenem Materialien hergestellt.

Foto: Katrin Plötzky

Es spielen: Emma Bahlmann , Alicja Rosinski

Regie: Dominique Enz Bühne und Kostüme: Katrin Plötzky Komposition: Matthias Schubert Video: David Schulz Licht: Ole Dahnke Dramaturgie: Stanislava Jević Mitarbeit Text: Dominique Enz
Kooperationspartner
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