Was Nina wusste

von David Grossman

Premiere 17/04/2021

MalerSaal

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17/
04/Sa MalerSaal / Premiere

In seinem neuen Roman erzählt David Grossman eine außergewöhnliche israelisch-jugoslawische Familiengeschichte aus der Perspektive der Enkelin. Prägungen und Verletzungen, die über drei Generationen hinweg die Mutter–Tochter Verhältnisse beschädigt haben, kommen 60 Jahre später in einer minuziösen und berührenden Rekonstruktion zur Sprache. Nina, eine Israelin mit serbokroatischen Wurzeln, die ihrer Familie und ihrer Geschichte bis in die Arktis entflohen ist, kehrt zur Feier des 90. Geburtstags ihrer Mutter Vera nach Jerusalem zurück. Ihre Seltsamkeit und ihr kaltes Verhalten gegenüber ihrer eigenen Tochter Gili, die alles in einem Filmprojekt dokumentiert, haben ihre ungeklärte Ursache in Veras jugoslawischer Vergangenheit. Vera wurde dort auf die Straflager-Insel Goli Otok deportiert, genannt auch Titos Hawaii oder Titos KZ. Grund war ihre Entscheidung, ihren Geliebten Miloš nicht als stalinistischen Spion zu denunzieren, woraufhin sie selbst ins Lager kam und die sechsjährige Nina ausgesetzt wurde. Die Erinnerung an eine Welt, deren wahre Koordinaten den Nachkommenden völlig unbekannt sind, öffnet sich noch einmal. Historisches Vorbild der Großmutter ist Eva Panić-Nahir, durch deren Biografie die Öffentlichkeit erstmals von „Titos Gulag“ erfuhr.
Dušan David Pařízek wird den neuen Roman von David Grossman für die Bühne adaptieren, zeitnah zum Erscheinen der deutschen Übersetzung.

Motiv: Rocket & Wink

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