Online-Programm

Streaming

Jede Woche präsentieren wir Ihnen eine Inszenierung aus unserem Repertoire sowie Glanzlichter aus der Geschichte des SchauSpielHauses. Immer samstags ab 20.00 Uhr für 24 Stunden auf dringeblieben.de.

 

SchauSpielHausStream

 

Sa, 8/5 ab 20.00 Uhr für 24 Stunden verfügbar auf dringeblieben.de

 

 

Schlafende Männer

von Martin Crimp
Deutsch von Ulrike Syha
Regie: Katie Mitchell

 

Stream des Generalprobenmitschnitts
 

Eine großstädtische Wohnung mit gefährlichem Balkon und tollem Ausblick. Julia und Paul, zwei sehr erfolgreiche Mittvierziger, haben sich darin eingerichtet. Auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren und dem Tiefpunkt der Beziehung verbringen sie eine schlaflose Nacht. Auch ein Kind wäre nicht die Rettung gewesen, so der scharfsinnig analytische Kommentar der Akademikerin Julia. Es ist zwei Uhr morgens. Niemand ist zu erwarten, nichts deutet auf eine Veränderung hin. Da klingelt es an der Tür, und die jüngst eingestellte Mitarbeiterin in Julias Institut, Josefine, steht mit ihrem Mann Tilman in der Wohnung – auf Einladung der Hausherrin, ihrer Vorgesetzten, wie sie behauptet. Doch lässt sich der Zettel mit der Nachricht ebenso wenig finden, wie es etwas zu trinken im Haus gibt.
Eine Nacht der unheimlichen Begegnungen hebt an, in der sie einander vieles gestehen und doch keine Wahrheiten zulassen, sich gegenseitig bloßstellen und dennoch begierig anmachen. Es fließen Blut und Alkohol und doch scheint alles nur ein Spiel unter Geschlechtern und Generationen, um Macht und Manipulation – oder doch um Leben und Tod?

Martin Crimp hat sein neues Stück für eine weitere Uraufführung in der Regie von Katie Mitchell geschrieben. Damit setzen sie ihre äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit am SchauSpielHaus Hamburg fort. Die Uraufführung von Martin Crimps »Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino« in der Inszenierung von Katie Mitchell 2013-14 wurde in der Kritikerumfrage von »Theater heute« zum besten fremdsprachigen Stück der Saison gewählt.

Es spielen: Paul HerwigJosefine IsraelTilman StraußJulia Wieninger


Regie: Katie Mitchell / Bühne: Alex Eales / Kostüme: Clarissa Freiberg / Sounddesign: Donato Wharton / Lichtdesign: Fabiana Piccioli / Ton: Katja Haase, Finn Corvin Gallowsky / Licht: Andreas Juchheim / Regiemitarbeit: Lily McLeish / Dramaturgie: Sybille Meier
 

Hier geht's zum Stream

Karte kaufen

 

So nehmen Sie am Stream teil

Wir präsentieren unsere Streaming-Übertragungen in Zusammenarbeit mit der Plattform dringeblieben.de zum Preis von 6,50 € pro Zugang. Der Bezahlvorgang läuft über den Online-Verkauf des Deutschen SchauSpielHauses. Nach Erwerb eines Zugangs schicken wir Ihnen eine E-Mail mit einem Zugangscode. Mit diesem Code können Sie dann auf dringeblieben.de den Stream starten. Sie müssen sich dafür dort nicht gesondert registrieren.

Sie haben Ihren Zugangscode verloren? Hier geht's zu einer Kurzanleitung zur erneuten Zusendung des ZugangCodes.

 

Sa, 15/5/2021 um 20.00 Uhr zu Gast bei den Ruhrfestspielen. Alle Informationen finden Sie hier

 

 

Eine Frau flieht vor einer Nachricht

nach dem gleichnamigen Roman von David Grossman
Deutsch von Anne Birkenhauer

Regie: Dušan David Parízek

 

Literatur und Realität – Kunst und Krieg, wenn das nicht zynisch klingt – stießen kaum je so hart aufeinander wie in David Grossmans von der Kritik gefeiertem, beeindruckenden Roman. 2006 stirbt während der Arbeit an dem Buch der jüngste Sohn des israelischen Autors bei einem Militäreinsatz in den letzten Stunden des Libanonkriegs.
Das zentrale Motiv des Buchs wiederholt sich real. Ora, die Frau, die vor einer Nachricht flieht, setzt sich in Bewegung und beginnt zu erzählen: von ihrer Liebe zu zwei Männern, die seit früher Jugend in ihrem Leben vorkommen, von Wut und Zärtlichkeit, Verzweiflung und Leidenschaft – und von ihrem Sohn Ofer, der sich freiwillig für einen Militäreinsatz im Westjordanland meldet. Ora setzt sich in Bewegung, weil sie das drohende Ereignis nicht hinnehmen will und kann. Sie versucht, den Sohn durch unaufhörliches Erinnern am Leben zu halten, das Unglück zu bannen, indem sie ihrem Jugendfreund Avram, dem biologischen Vater von Ofer, der im Sechstagekrieg selbst Soldat war, von ihrem Sohn erzählt. Sie macht sich unerreichbar für die Nachricht, die einträfe, wenn das Schreckliche geschähe. Auf Oras langer Wanderung durch Israel und die Landschaft ihrer Erinnerung begegnen wir den Söhnen, den Männern, dem Krieg und allem, was geblieben und übrig geblieben ist von drei Leben. – Der Autor und Friedensaktivist David Grossman spiegelt einen der größten Konflikte der Gegenwart in minimalistischen Erlebnissen des Alltags. In unzähligen Momenten zeigt er das Leben seiner Figuren unauflöslich mit Politik und Krieg verflochten. Paradoxerweise sind es die Kraft und Zartheit, Verletzbarkeit und Offenheit seiner Sprache, seine besondere Art zu erzählen, die erst das Mörderische in seiner umfassenden Gewalt spürbar machen.
Dušan David Pařízek hat bereits Grossmans Roman »Kommt ein Pferd in die Bar« für die Salzburger Festspiele zu einer erfolgreichen und vielerorts gezeigten deutschsprachigen Erstaufführung gebracht. Am Deutschen SchauSpielHaus ist von ihm derzeit seine Bühnenadaption des Romans »Trutz« von Christoph Hein zu sehen.

Ute Hannig wurde für ihre Darstellung der "Ora" mit dem Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares 2020 ausgezeichnet.

ES SPIELEN: Ute HannigPaul HerwigMarkus John

REGIE UND BÜHNE: Dušan David Parízek KOSTÜME: Kamila Polívková LICHT: Rebekka Dahnke DRAMATURGIE: Ralf Fiedler

Alle Informationen finden Sie hier. 

 

Fr, 21/5/2021 beim Berliner Theatertreffen und den Mülheimer Theatertagen 

 

 
 

Reich des Todes

von Rainald Goetz
Regie: Karin Beier

Die Krise boomt und mit ihr die Macht der Politiker, die sie zu managen haben. Überall wird in Menschen- und Bürgerrechte eingegriffen, vorübergehend mag das notwendig sein, doch es ist auch die Sternstunde der Autokraten: Orbàn, Erdoğan, Kaczyński, der polnische Justizminister Ziobro, sie alle benutzen die unumgängliche Bekämpfung der Pandemie, um ihre Herrschaft weiter nachhaltig auszubauen.
„Vive la crise!“, dieses Zitat von Proust könnte Rainald Goetz seinem neuen Theaterstück voranstellen, denn auch er beschreibt eine Regierung, die im Schatten einer drohenden Gefahr mit Furor und vermeintlich patriotischem Eifer Demokratiezerstörung betreibt. Es geht um den „Krieg gegen den Terror“, den George W. Bush unmittelbar nach den Anschlägen von 9/11 deklarierte. Wie jetzt? Wieso beschäftigt sich Goetz erst heute mit dem, was im Namen dieses Krieges an Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen in Amerika selbst, vor allem aber auch im völkerrechtswidrigen Irakkrieg geschah? Inklusive der Übergriffe und Folterungen in amerikanischen Gefangenenlagern wie Abu Ghraib? Journalistisch sind diese Ereignisse doch umfassend dokumentiert. Nun, um Dokumentation geht es Rainald Goetz ganz offensichtlich nicht: Die realen Personen der Zeitgeschichte, Bush und sein Regierungskabinett sowie die Täter*Innen von Abu Ghraib verbannt er in eine „Hades“ betitelte Aufzählung unterhalb seines Personalverzeichnisses. Die Stückfiguren nehmen zwar die gleichen Positionen ein, Goetz gibt ihnen aber andere Namen, die auch an Persönlichkeiten aus verschiedenen Zeiten erinnern: Roon, preußischer Kriegsminister des 19. Jahrhunderts, Kelsen, der berühmte Verfassungsrechtler der Weimarer Republik, oder auch Schill, ehemaliger „Richter Gnadenlos“ und Innensenator in Hamburg. Diese Mehrdeutigkeit hat System: Ständig fordert Goetz zu neuen Kontextualisierungen auf, zum Teil durch direkte Anspielungen, beispielsweise auf den deutschen Faschismus. Zum anderen setzt er mehr assoziative Impulse durch Mottos, Zwischentitel, Musiken, die er zitiert, Nebenwelten, die unausgesprochen mitschwingen, dem Stück dennoch eine größere Reichweite verleihen. Goetz versucht – grundsätzlich und spielerisch zugleich – über Strukturen von Machtpolitik und Machtmissbrauch nachzudenken. Krisen können Sternstunden für Autokraten, auch Diktatoren werden, das zeigt die Geschichte. Goetz stellt in diesem Zusammenhang die finstere Frage: Welche Faktoren müssen denn zusammenkommen, damit der Exzess, das „Böse, Kaputte“ Oberhand gewinnen kann?

HINWEIS:
Die Uraufführung »Reich des Todes« thematisiert u. a. die Misshandlung und Folter irakischer Gefangener in Abu Ghraib, wozu auch sexuelle Demütigungen gehörten. In diesem Zusammenhang gibt es in unserer Inszenierung Szenen, projizierte Bilder und Fotos, die Gewalt und Nacktheit zeigen.

SELCH, VIZEPRÄSIDENT: Sebastian Blomberg PINSK, PRIVATSEKRETÄR / BRAUM, OBERGEFREITER / TRENCK, GEFREITER: Maximilian Scheidt DR BANZHAF, CHEFJUSTIZIAR: Holger Stockhaus THURGAU, GEHEIMDIENSTDIREKTOR: Lars Rudolph FR VON ADE, SICHERHEITSBERATERIN: Sandra Gerling GROTTEN, PRÄSIDENT: Wolfgang Pregler ROON, KRIEGSMINISTER: Burghart Klaußner MRS GROTTEN, EHEFRAU/ DARKOVA, BRIGADEGENERAL: Anja Laïs DR SCHILL, JUSTIZRAT / BRAUM, OBERGEFREITER: Daniel Hoevels DR KELSEN, OBERJUSTIZRAT / BRAUM, OBERGEFREITER: Markus John SEBALD, JUSTIZMINISTER / BRAUM, OBERGEFREITER: Michael Weber BRAUM, OBERGEFREITER/ TRENCK, GEFREITER / ATTA, GEFANGENER: Tilman Strauß CINDY, WACHSOLDAT: Eva Bühnen EVE, SOLDAT / TRENCK, GEFREITER: Josefine Israel MUSIKER*INNEN: PERCUSSION: Yuko Suzuki PERCUSSION: Fanis Gioles OUD: Wassim Mukdad CELLO: Michael Heupel BRATSCHE: Anna Lindenbaum TÄNZER: João Pedro de PaulaSayouba SiguéSamuli EmeryValenti Rocamora i Tora VIOLINE: Camilla Busemann

REGIE: Karin Beier BÜHNE: Johannes Schütz KOSTÜME: Eva DesseckerWicke Naujoks KOMPOSITION UND MUSIKALISCHE LEITUNG/ KOMPOSITION UND EINSTUDIERUNG „BESCHLUSS“, V. AKT: Jörg Gollasch VIDEODESIGN: Voxi Bärenklau DRAMATURGIE: Rita ThieleRalf Fiedler LICHT: Annette ter Meulen EINSTUDIERUNG SPRECHCHOR „DESASTRES DE LA GUERRA“, IV. AKT: Christine Groß KÖRPERTRAINING UND CHOREOGRAPHISCHE MITARBEIT: Valenti Rocamora i Tora MITARBEIT VIDEORECHERCHE: Vanessa Christoffers-Trinks PRODUKTIONSLEITUNG: Anna Werner

 

MONO

 

 

1 Schauspieler*in, 1 Rolle, 1 Text

Unser Ensemble begibt sich an Orte, die zurzeit nicht zugänglich sind, Räume der Zusammenkunft, die momentan menschenleer sind und brach liegen. Ein Ort, eine Rolle, ein Text – was dann passiert ist MONO. Die wöchentlich um neue Folgen erweiterte Video-Reihe finden Sie hier.

 

 

Im Lockdown um die Welt

 

 

Ein Videoformat von und mit dem Ensemble

Ein Videoformat von und mit dem Ensemble
Von der SchauSpielHaus-Sofaecke aus starten Ensemblemitglieder gemeinsam mit bekannten Gesichtern des Hauses eine Reise rund um die Welt. Hier können Sie mitreisen.

 

 

Haus der Geister

 

Von November bis März präsentierte Ihnen unser Ensemble auf und hinter den Bühnen, an Ihnen bisher unbekannten Orten des Grauens im Deutschen SchauSpielHaus Gespenstergeschichten. Ins »Haus der Geister« geht es hier entlang.

 

 

 

SchauSpielHausBesuch

 

 

Während der Spielbetrieb auf Eis gelegt ist, versammeln wir uns ums digitale Lagerfeuer und sorgen für Ihre Zerstreuung. Unter dem Titel »SchauSpielHausBesuch« bauen wir den kreativen Energien unseres Hauses digitale Übergangsspielwiesen:

Karin Beier traf unsere Ensemblemitglieder zum Zweiergespräch über das Leben mit Corona und ohne Theater. Die Schauspieler*innen brachten zu jedem Gespräch etwas mit: Einen Text, ein Lied, eine kleine Performance, ein Kunststück – lassen Sie sich überraschen!

Hier geht's lang!