Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten

von Johann Sebastian Bach, Friedrich Hölderlin, Christoph Marthaler
Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich und der Akademie der Künste Berlin / gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Uraufführung 04/12/2020

MalerSaal

Termine

04/
12/Fr MalerSaal / Uraufführung, Premiere

Die „schöne Welt“, sagt Hölderlin, ist für den Menschen nur in Verbindung mit der „Dürftigkeit des Lebens“ erfahrbar. Selbst die „Sorglosschlafenden“ und „Frischaufgeblühten“ unterliegen diesem Paradox. Die Sehnsucht „ins Ungebundene“, der „Trieb, unendlich fortzuschreiten“ und sich von allen Fesseln zu befreien, wird kontrastiert durch den „Trieb, beschränkt zu werden, zu empfangen“, denn es „ist in uns auch wieder etwas, das die Fesseln gern behält“ (»An die Madonna«, »Hyperion«, »Mnemosyne«).
Das erinnert an die kontrapunktische »Kunst der Fuge« von Bach. Auch sie ist Ausdruck einer Gleichzeitigkeit von streng begrenzender Form und unendlicher Variabilität der Interpretation. Christoph Marthaler wird Hölderlins „Gesänge“ und Gedanken mit Bachs Kompositionen verbinden jenseits von tradierten Klischees und Pathos und sicherlich nicht ohne Humor, den es auch bei Hölderlin und Bach zu finden gibt. Der Abend feiert Hölderlins 250. Geburtstag und erinnert gleichzeitig an Klaus Michael Grüber, dessen exzeptionelle Inszenierungen in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts den Dichter der verstaubten und durch den Nationalsozialismus beschädigten Rezeption entrissen haben.

Motiv: Rocket & Wink

Es spielen: Josefine Israel, Sasha Rau, Lars Rudolph, Samuel Weiss

Regie: Christoph Marthaler Bühne: Duri Bischoff Idee und künstlerische Beratung: Carl Hegemann Kostüme: Sara Kittelmann Dramaturgie: Malte Ubenauf
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