J’accuse!

von René Pollesch

Uraufführung 25/09/2021

SchauSpielHaus

Dauer: Eine Stunde. Fünfzehn Minuten. Keine Pause.

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„SH: Der Mensch ist ein äußerst fremdartiges Wesen. In aller Nüchternheit betrachtet, also aus der Perspektive eines Tieres zum Beispiel, ist er die Erscheinung eines Wesens, das mehr fremdartige Gewohnheiten – wie aus einem anderen Land – mit sich bringt, als jedes andere auf dieser Erde entstandene Wesen. Ja, und es braucht ganz einfach eine tiefgehende existentielle Erfahrung, durch die uns klar wird, wie albern, sinnlos und willkürlich eigentlich alles ist, was wir so tun. Die Art, wie wir uns umarmen und küssen und waschen, wie wir uns beim Essen benehmen, hat nichts Natürliches und nichts Gewohntes mehr.“ (G. K. Chesterton)

Der Regisseur René Pollesch zeigt mit »J’accuse!« einen Abend über das bedeutende Kerngeschäft des Theaters: Die Anklage. Ist das Theater überhaupt noch in der Position, der Anklage nachzugehen? Gemeinsam mit seinen Spieler*innen setzt er sich pointiert mit der Frage auseinander, ob es sich nicht eher selbstbewusst seiner unseriösen Herkunft vergewissern sollte, die noch ganz andere eigenständige Äußerungen hervorgebracht hat.

René Pollesch inszeniert seine Texte stets selbst. Er arbeitete in der Intendanz von Frank Castorf regelmäßig an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sowie weiterhin am Burgtheater Wien, am Staatsschauspiel Stuttgart, an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich und am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg. Seit der Spielzeit 2021-22 ist er Intendant der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.


GEMISCHTES DOPPEL
Im Oktober bieten wir Ihnen am 23/10 »J’accuse!« und am 30/10 »Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!« als Gemischtes Doppel an. Das Kombi-Ticket ist für die Platzgruppen A bis D mit 50% Ersparnis auf den Vollpreis an der Theaterkasse, telefonisch und online buchbar.

Fotos: Thomas Aurin

Es spielen: Sachiko Hara, Eva Maria Nikolaus, Angelika Richter, Sophie Rois, Marie Rosa Tietjen

Regie: René Pollesch Bühne: Barbara Steiner Kostüme: Tabea Braun Licht: Rebekka Dahnke Dramaturgie: Sybille Meier

Pressestimmen

nachtkritik.de

„Sich in den reißenden Fluss dieser heillos offensiven Gedankenkaskaden zu stürzen, macht ebenso viel Spaß, wie es weh tut. In seinen besten Momenten gehört dieser Abend ganz beiläufig zum Klügsten, Kontroversesten, Lustigsten, Lässigsten und Schmerzhaftesten, was das deutschsprachige Theater bis jetzt zum Zustand unserer Gesellschaft in Zeiten der Pandemie auf die Bühne gebracht hat. […] Eine große Teamleistung mit tollen, abgeklärt abgedrehten Frauen wie Sophie Rois, Angelika Richter und Marie Rosa Tietjen. Ein fast schon unheimlich lebendiger Kraftakt eines Theatermachers, der erst anderthalb Wochen vor dieser Uraufführung seinen Einstand als Intendant gegeben hat. Beeindruckend!“

Hamburger Abendblatt

„René Pollesch enttäuscht die Anhänger seiner pointiert ironischen Diskussionsschleifen in dieser Inszenierung nicht. Der Abend ist nachdenklich, bissig und dabei erkenntnisreich und vergnüglich […]. Die musikalische Eva Maria Nikolaus glänzt als Hotelbetreiberin, Angelika Richter, Marie Rosa Tietjen und Sophie Rois fallen als Gäste in Latzhosen mit Cowboyhüten (Kostüme: Tabea Braun) ein. Und Sachiko Hara muss sich als Revolverheld dauernd erschießen lassen und effektvoll zu Boden gehen. Als Besucher lässt man sich mitreißen von den Ideenströmen, den Redeschwällen, der Uferlosigkeit, der Lebendigkeit und dem Witz der Figuren, die doch eher Gedankenträger als wirklich Figuren sind. Und von dem wirklich furiosen Darstellerinnen-Quintett. Mit ‚J’accuse!‘ hat René Pollesch einen klugen Kommentar zur Lage der Kunst abgeliefert. Und einen äußerst amüsanten Theaterabend dazu.“

FAZ

„René Polleschs Inszenierung von ‚J’accuse!‘ gelingt als turbulenter Theorieslalom zwischen den unterschiedlichsten Triggerpunkten, die sich ihren autonomen Spielraum wie ihre anarchische Kontextfreiheit im ‚Kommunikationsmedium Kunst‘ schafft. Was für ein kluger Spaß! Was für ein schönes Theater!“

Hamburger Morgenpost

„Die Pollesch-Welt […] ist immer ein offener Spielraum für einen Diskurs über Schein und Sein, die Authentizität des Theaters, die Produktionsbedingungen von Kunst, für skurrile Beobachtungen und gute Gags. […] Nach 75 Minuten unterhaltsamem, schrägem Theater ist klar: Das ist ein authentischer Pollesch. Wirklich.“

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