Dr. Sabine Hain

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Dr. Sabine Hain

Geboren wurde ich 1976 in Hamburg. Nach dem Abitur habe ich an der Universität Hamburg Geschichte u. a. mit dem Nebenfach Öffentliches Recht studiert, wobei mich insbesondere die Organisation von Gesellschaft und Staat interessierte. Geografisch faszinierte mich vor allem Russland als größter Flächenstaat der Erde, deshalb lernte ich die schöne russische Sprache, verbrachte einige Monate dort und promovierte anschließend über „Partei und Staat in der Sowjetunion 1985-1991“. Parallel wollte ich wissen, wie Staat und Wirtschaft zusammen funktionieren und begann deshalb ein Studium der Volkswirtschaftslehre. So bin ich dann auch zur Klimapolitik gekommen; meine Diplomarbeit schrieb ich über den Emissionshandel. Meine erste berufliche Tätigkeit nahm ich 2002 als wissenschaftliche Referentin bei der CDU-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg auf, wo ich u. a. zuständig war für Umwelt- und Europapolitik – dort lernte ich, wie Politik gemacht wird. 2007 wechselte ich in die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und schrieb das erste Hamburger Klimaschutzkonzept mit, gewann aber auch Erfahrung auf europäischer und internationaler Ebene. Seit 2009 arbeite ich in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und bin dort inzwischen für ökonomische Fragen der Energiepolitik, z. B., wie sich die Strompreise auf die Industrie auswirken, zuständig.

Dr. Sabine Hain ist am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg als Expertin bei der »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll beteiligt.


DREI FRAGEN AN SABINE HAIN:




>> Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Klimaänderungen in Berührung?

Das erste Mal hatte ich damit im VWL-Studium zu tun. Ich schrieb meine Diplomarbeit 2004 über die Einführung des Emissionshandels in der EU sowie seine Auswirkungen auf die energieintensive Industrie.


>> Wenn Sie für einen Moment absolute Vollmacht und Handlungsfreiheit hätten, was würden Sie tun / verlangen, hinsichtlich der sich abzeichnenden Klimaveränderung?

Ich glaube, das Kernproblem der Klimapolitik liegt darin, dass es keine 100% gerechten und von allen Menschen als sinnvoll empfundenen Maßnahmen weltweit gibt. Mit absoluter Handlungsvollmacht würde ich versuchen, dass die CO2-Emissionen weltweit wirklich dort eingespart werden, wo es am günstigsten ist, ohne dabei eine wirtschaftliche Entwicklung zu bremsen, z. B. durch einen weltweiten Emissionshandel. Dadurch könnte sehr viel mehr Energie eingespart oder effizienter genutzt werden.


>> Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus?

Ich glaube, dass sich gar nicht so viel verändert hat, wie man vielleicht zunächst meinen würde. In Hamburg, Deutschland und Europa wird sich weiterhin viel für den Klimaschutz getan haben, insbesondere bei der Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz. Die Klimafolgen werden – hoffentlich – beherrschbar sein. Weltweit mag das leider für einige Staaten hinsichtlich Meeresspiegelanstieg oder Wetterextremen anders aussehen. Auch scheinen in vielen Staaten andere Probleme weiterhin vordringlicher zu sein als der Klimaschutz. Hier gilt es für Europa, sich zu engagieren.

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