Dr. Sebastian Sonntag

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Dr. Sebastian Sonntag

Aufgewachsen in Heilbronn, zog es Sebastian Sonntag nach Abitur und Zivildienst an die Universität Freiburg um Physik zu studieren. Fasziniert davon, wie die Mathematik wesentlich zum Verständnis natürlicher Phänomene beitragen kann, arbeitete Sebastian Sonntag zunächst in einer interdisziplinären Forschungsgruppe im Bereich der theoretischen Physik. Da sein Interesse für die Klimaforschung und konkret für Fragen rund um die Modellierung des Erdsystems und seiner Komponenten stieg, zog Sebastian Sonntag nach Hamburg, wo er in Geowissenschaften im Bereich der biologisch-physikalischen Ozeanographie an der Universität Hamburg promovierte. Da er Gefallen an der Klimaforschung fand und sich in Hamburg als einer der wichtigsten Standorte in der Klimaforschung weltweit gut aufgehoben fühlte, blieb er hier, wechselte jedoch an das Max-Planck-Institut für Meteorologie. Dort beschäftigt sich der Wissenschaftler derzeit mit dem Thema Climate Engineering, wo er mit Hilfe eines Erdsystemmodells die möglichen Effekte und Nebenwirkungen unterschiedlicher Methoden untersucht, die darauf abzielen, das Klima der Erde bewusst zu verändern. Als Mitbegründer der Young Earth System Scientists Community, eines internationalen Netzwerkes für Nachwuchswissenschaftler der Erdsytemforschung, und als Organisator von Konferenzen speziell für Nachwuchsforscher ist Sebastian Sonntag daran interessiert, die heutige und folgende Generationen von Klimaforschern über nationale, institutionelle und fachliche Grenzen hinweg zusammenzubringen und gemeinsam an einem besseren Verständnis des Erdsystems zu arbeiten.

Dr. Sebastian Sonntag wirkt am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg in der Spielzeit 2014-15 als Experte bei der »Welt-Klimakonferenz« von Rimini Protokoll mit.



>> Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Klimaänderungen in Berührung?

Mit dem Thema Klimawandel kam ich das erste Mal zu Beginn meines Studiums Anfang der 2000er im Kontext von Entwicklungsfragen und Nachhaltigkeit in Kontakt. Besonders eine Veranstaltung an der Universität Freiburg über die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen ist mir hier in Erinnerung. Intensiver damit befasst, vor allem mit den mathematischen und physikalischen Aspekten, habe ich mich jedoch erst gegen Ende meines Studiums.


>> Wenn Sie für einen Moment absolute Vollmacht und Handlungsfreiheit hätten, was würden Sie tun / verlangen, hinsichtlich der sich abzeichnenden Klimaveränderung?

Zum einen denke ich, dass bestehende Mechanismen wie die Besteuerung von Treibhausgasemissionen momentan noch zu wenig umfassend umgesetzt werden. Und zum anderen sollten in den schon jetzt und sehr bald bedrohten Regionen Maßnahmen zum Schutz und zur Anpassung vorgenommen werden.


>> Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus?

Darüber wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird, kann man angesichts der massiven politischen, sozioökonomischen und technologischen Veränderungen der letzten 50 Jahre nur spekulieren. Die Folgen des Klimawandels werden zudem stark vom Vermeidungs- und Anpassungsverhalten der Menschen abhängen. Ich kann mir aber vorstellen, dass in 50 Jahren - nachdem die Welt durch Phasen gegangen sein wird, in denen drastische Schäden des Klimawandels zu verzeichnen waren – der Weg zu einer nachhaltigen Weltgesellschaft eingeschlagen ist.

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