Rosemarie Benndorf

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Rosemarie Benndorf

Ich wurde 1949 geboren, habe Obstgärtnerin gelernt und Meteorologie studiert. Meine Hauptmotivation für das Studium war der Wunsch, einmal Wetter beobachtend in der Antarktis zu überwintern. Nach dem Studium beschäftigte ich mich in der Agrarmeteorologie mit der Modellierung von Bewässerungsmodellen in Abhängigkeit von Niederschlag und Temperatur. 11 Jahre später wechselte ich zur Bioklimatologie. Thema war die Wirkung des Wetters und Klimas auf den Menschen.
1992 begann ich meine Arbeit am Umweltbundesamt im Fachgebiet „Schutz der Erdatmosphäre“. Wir beschäftigten uns vor allem mit den beiden Themen Klimaänderungen und Ozonloch. 2000 wechselte ich abrupt – es fehlte dringend eine Person im deutschen Verhandlungsteam auf den Vertragsstaatensitzungen des Klimarahmenabkommens – und war nun bis 2011 als Mitglied der deutschen Delegation zuständig für das Thema Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (Artikel 3.3 und 3.4 des Kyoto Protokolls). Seit dem 1.8.2014 bin ich Rentnerin.




>> Wann und wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Klimaänderungen in Berührung?


Zunächst lernte ich das Thema in den Vorlesungen zur Paläoklimatologie kennen, in denen auch mögliche Ursachen für Änderungen besprochen wurden. Außerdem hielt ich, zusammen mit einem Kommilitonen, 1970 während des Meteorologiestudiums in einer Seminarreihe „Einfluss des Menschen auf Wetter und Klima“ einen Vortrag zum Thema „Fossile Brennstoffe und ihre Wirkung auf das Klima“. Wir beleuchteten damals sowohl die Wirkung des direkten Energieeintrags in die Atmosphäre als auch die des Eintrags von Kohlendioxid. Wir stützten uns dabei auf Literatur aus den Jahren 1964-1968.


>> Wenn Sie für einen Moment absolute Vollmacht und Handlungsfreiheit hätten, was würden Sie tun / verlangen, hinsichtlich der sich abzeichnenden Klimaveränderung?

Ich würde die Umsetzung all der guten Ideen zur Nachhaltigkeit verlangen, wie z. B. Reparatur und Austausch von veralteten Teilen vor Neuerwerb, dazu gehört ein striktes Baukastenprinzip bei der Herstellung von Produkten, konsequente Förderung des ÖPNV usw., Papier- und Energieverbrauch für Reklame stark begrenzen.


>> Wie sieht Deutschland in 50 Jahren aus?

Noch bunter und voller als bisher. Viele Klimaflüchtlinge helfen gegen unsere Vergreisung.

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