von Carlo Collodi
in einer Fassung von Barbara Bürk

„Nach den Augen machte er die Nase. Aber die Nase, kaum war sie fertig, fing an zu wachsen: Sie wuchs und wuchs und wuchs und wurde in wenigen Minuten eine Riesennase, die kein Ende mehr nehmen wollte. Der arme Geppetto gab sich alle Mühe, sie zu stutzen, aber je mehr er an ihr abschnitt und kürzte, desto länger wurde diese freche Nase.“

Die Geschichte beginnt bereits äußerst unerhört: ein Stück Holz, das zu einem Tischbein verarbeitet werden soll, meldet sich plötzlich zu Wort. Der Tischler ist davon so überrumpelt, dass er das Holz seinem armen Bekannten Geppetto überlässt, der sich daraus eine Holzpuppe schnitzen möchte, um mit ihr durch die Gegend zu ziehen und ein wenig Geld zu verdienen. Doch kaum ist die Holzpuppe fertiggestellt, wird sie lebendig und hat sogleich ihren eigenen Kopf: „Essen, trinken, schlafen, mich vergnügen und von morgens bis abends umherziehen wie es mir gefällt“ – so stellt Pinocchio sich sein Leben vor. Neugierig und unbedarft zieht er hinaus in die Welt. Auf seiner abenteuerlichen Reise begegnet ihm neben dem Alltäglichen der Menschen auch allerlei Wunderbares: Er trifft auf sprechende Tiere, gelangt an magische Orte, muss sich aus Gefahren befreien und erfährt am eigenen Leib die Macht von Zauberkräften.
Beim Besuch eines Marionettentheaters wird er sich seiner speziellen körperlichen Beschaffenheit bewusst, als ihn die spielenden Puppen zwischen all den Menschen im Publikum als ihresgleichen erkennen. Er fühlt sich ihnen und ihrer Welt jedoch nicht zugehörig. „Ich bin es leid, immer eine Puppe sein zu müssen. Es ist höchste Zeit, dass ich auch ein Mensch werde.“, beschließt er und setzt fortan alles daran, dass diese große Verwandlung gelingt.

Mit „Pinocchio“, der weltbekannten Bildungsgeschichte des Florentiner Journalisten und Schriftstellers Carlo Collodi, die aufgrund der phantastischen Abenteuer ihres Protagonisten seit ihrem Erscheinen in den 1880er Jahren sowohl ein junges als auch ein erwachsenes Lesepublikum begeistert hat, nehmen sich Barbara Bürk und Clemens Sienknecht einen weiteren großen Klassiker der Kinderliteratur vor. Ebenso unterhaltsam und musikalisch wie bereits in ihren beliebten Inszenierungen von „Der Zauberer von Oz“ und „Alice im Wunderland“ erzählen sie diesmal die turbulente Entwicklung der hölzernen Puppe, die vor allem für ihre bei jeder Lüge wachsende Nase berühmt geworden ist.

Die Premiere findet in der Spielzeit 2020-21 statt.

Foto: Sinje Hasheider



Directed by: Barbara Bürk Stage and Set Design: Anke Grot Music: Clemens Sienknecht Dramaturgy: Sonja Szillinsky
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