Lesung
Moderation: Ernest Wichner
In Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg

Seit bald vier Jahrzehnten umkreist die Nobelpreisträgerin Herta Müller in ihren zahlreichen Romanen und Essays das, was anderen selbstverständlich scheint: Identität. An diesem Abend wird sie aus ihrem Gesprächsband „Mein Vaterland war ein Apfelkern“ lesen und über ihre Herkunft aus einem Dorf im rumänischen Banat sprechen. Zudem steht eine Kunstform im Mittelpunkt, die aus der Not geboren wurde: „Kurz nachdem ich aus Rumänien kam, war ich viel unterwegs. Ich wollte mich bei Freunden melden. Aber die Ansichtskarten hatten so grässlich missratene Farben. Eines Tages kaufte ich weiße Karteikarten, einen Klebestift und fing an, im Zug mit der Nagelschere aus der Zeitung ein Schwarzweiß-Bild und Wörter auszuschneiden." Fortan dichtete sie mit Schere und Papier. Herta Müllers berühmte Collagen sind beides zugleich: Kunstwerk und Gedicht, Spiel und poetischer Ernst. Ihren neuesten Band „Im Heimweh ist ein blauer Saal“ (Hanser) wird sie an diesem Abend vorstellen.

Moderation: Ernest Wichner

Foto: Paul Esser

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