nach William Shakespeare
in einer Fassung von Stanislava Jević und Mathias Spaan
aus dem Englischen von Sven-Eric Bechtolf und Wolfgang Wiens

„Wer, wenn nicht Shakespeare, könnte uns bei der Suche nach einer wirklichen Idee vom Menschen leiten?“ (Harold Bloom: „Shakespeare. Die Erfindung des Menschlichen“)

Die Tragödie von Romeo und Julia, den Liebenden, die nicht zueinander finden dürfen, ist die wohl bekannteste Liebesgeschichte der Welt: Zwei junge Menschen, deren Familien seit Jahrzehnten verfeindet sind, verlieben sich leidenschaftlich. Ein einziger Blick reicht aus und alles andere tritt in den Hintergrund; fortan geht es nur noch um die Erfüllung der Sehnsucht nach einander. Diese Liebe findet ihre Größe in der bedingungslosen Bereitschaft der beiden, sich gegen alle Widerstände aufzulehnen und alles füreinander zu opfern.
Diese scheinbar „alte“ Geschichte mit ihrem romantischen Liebesmythos fasziniert uns bis heute. Und kaum ein*e Autor*in vermag uns so zu fesseln wie Shakespeare. Seine Figuren sprühen vor Individualität und Vitalität; und zu Recht sprach der Literaturkritiker Harold Bloom davon, dass Shakespeare uns – den modernen Menschen – erfunden hat.
Deshalb lohnt es sich, diesen Klassiker für junges Publikum neu zu befragen: Was passiert, wenn Julia die Aktivere ist, mit ihrem Freund Mercutio herumlungert, auf Partys geht und sich in Romeo verliebt? Wenn Julia auf Romeos Balkon klettert und sich holt, wonach es sie begehrt? Was, wenn Romeo sich zurückhalten und abwarten muss und verheiratet werden soll mit einer Gräfin, die er nicht liebt?
Welche spannenden Irritationen entstehen hier in unserer Wahrnehmung? Wie können sich junge Menschen heute – angesichts fluktuierender Geschlechterrollen – in der Liebesbegegnung neu erfinden?
Mathias Spaan, der zuletzt die Uraufführung des Romans „Hitze“ von Victor Jestin am Jungen SchauSpielHaus erfolgreich auf die Bühne brachte, wird diese Neuinterpretation des Liebesklassikers inszenieren.

VERSCHIEBUNG IN DEN HERBST 2022
„Schweren Herzens müssen wir die Premiere von „Romeo und Julia“ in der Regie von Mathias Spaan absagen. Große Teile des Ensembles sind oder waren Corona-bedingt ausgefallen.
Wir sind was Vorstellungsaufälle oder auch Premierenverschiebungen betrifft bisher wirklich gut durch die Spielzeit gekommen, aber manchmal sind die Gründe einfach zwingend.
Um den Probenprozess dieser Produktion, der durch Corona schon mehrfach unterbrochen wurde, nicht zu gefährden, ist diese Verschiebung in den November nun tatsächlich besser zu verantworten. Das ist sehr schade, schmälert aber natürlich nicht unsere Vorfreude auf die Premiere im Herbst.“ Klaus Schumacher


Bild: Sinje Hasheider
Grafik: Andreas Haase

With: Jara Bihler, Hermann Book, Severin Mauchle, Christine Ochsenhofer, Nico-Alexander Wilhelm, Sebastian Weiss

Directed by: Mathias Spaan Stage Design: Anna Armann Costume Design: Josephin Thomas Dramaturgy: Stanislava Jević
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