Aus dem Leben

Ein Projekt von Brigitte Venator und Karin Beier
Textbearbeitung von Julian Pörksen

Premiere 15/12/2021

MalerSaal

Termine

15/
12/Mi MalerSaal / Premiere / 2G-Vorstellung

„Der freiwilligste Tod ist der schönste. Das Leben hängt vom Willen der anderen ab – der Tod von unserem“, sagt der französische Philosoph und Essayist Michel de Montaigne. Der einflussreiche Philosoph des 16. Jahrhunderts stellt die Autonomie des Menschen auch im Angesicht des Todes in den Vordergrund seiner Reflexionen. Und eben diese Frage, ob die Freiheit des Menschen auch die Freiheit zum Tod umfasst, ist im 21. Jahrhundert wieder hochaktuell. In dem Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung versus Schutz des Lebens verläuft die Debatte um die Sterbehilfe in Deutschland, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 das geltende Verbot der „geschäftsmäßigen“ Suizidhilfe für nichtig erklärt hat. Das Gericht musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der Staat dem sterbewilligen Menschen Hindernisse in den Weg legen darf, weil es um das höchste Gut unseres Wertesystems geht – um das Leben. Oder muss er im Gegenteil den / die Patient*innen bei ihrem Schritt im Sinne des freien Willens unterstützen?

Wir haben den Tod und das Sterben weitgehend aus unserem Alltag verdrängt. Die Bedürfnisse des modernen Menschen sind auf Jugendlichkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit ausgerichtet. Der Tod hat darin keinen Platz. Diese aktuelle Debatte führt uns nun vor, dass wir uns dringend mit den Themen Tod, Sterben, Trauer auseinandersetzen und ihnen eine neue Sichtbarkeit in der Gesellschaft verschaffen sollten. Wir sind aufgefordert, unser Verhältnis zum Sterben und zum Tod neu zu überdenken, uns mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Für eine Gesellschaft, die auf diesem Weg vielleicht auch neue Einsichten über sich selbst gewinnt – für eine solidarischere und humanere Gesellschaft. In diesem Theaterabend kommen verschiedene Stimmen zu Wort, erzählen Menschen ihre ganz persönlichen Geschichten über Sterben, Trauer und Abschied.


Motiv: Rocket&Wink

Es spielen: Lina Beckmann, Markus John, Carlo Ljubek, Maximilian Scheidt, Julia Wieninger Trompete: Philipp Kacza, Hans Christian Stephan Drums: Marco Möller Tuba: Sebastian Hoffmann Posaune: Sebastian John

Bühne: Amber Vandenhoeck Kostüme: Wicke Naujoks Licht: Björn Salzer Musik: Jörg Gollasch Dramaturgie: Beate Heine Choreografische Mitarbeit: Valentí Rocamora i Torà
Empfehlungen