Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten

von Johann Sebastian Bach, Friedrich Hölderlin, Christoph Marthaler
Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich und der Akademie der Künste Berlin / gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Uraufführung 04/12/2020

MalerSaal

Termine

04/
12/Fr MalerSaal / Uraufführung, Premiere

Nun ist es offiziell: das Hölderlin-Jahr anlässlich des 250. Geburtstags des Dichters wird verlängert. Die durch Covid-19 gestoppten Feierstunden und Jubiläumsakte dürfen bis ins Jahr 2021 hinein nachgeholt werden. Eine traurige und schöne Ausnahme zugleich. Und somit durchaus im Sinne Hölderlins, für den „die schöne Welt“ nur in Verbindung mit der „Dürftigkeit des Lebens“ erfahrbar wird. Alles was lebt, unterliegt für ihn diesem Paradox. Die Sehnsucht „ins Ungebundene“, der Wunsch „unendlich fortzuschreiten“ wird kontrastiert durch das ebenso starke Verlangen nach Ruhe und Nichtstun. Die letzte Einsicht der Philosophie ist für Hölderlin die Gewissheit, dass wir unsere „Fesseln“ gleichermaßen behalten wie abschütteln wollen. Die beiden einzigen Möglichkeiten bei lebendigem Leibe und mit vollem Bewusstsein die Erfahrung der Auflösung des Gegensatzes von Tun und Leiden zu erfahren, findet Hölderlin in der erfüllten Liebe, wo Geben und Nehmen nicht mehr zu unterscheiden sind, und in der Schönheit, wo wir die Einheit der Gegensätze erfahren können. Dies geschieht da, wo Sprache sich in Musik verwandelt und eine transzendente Sphäre generiert. „Bald sind wir aber Gesang“, heißt es bei Hölderlin. »Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten« werden sich vor diesem Hintergrund zusammen mit ihrem Regisseur Christoph Marthaler mit spätesten Werken von Bach (und vielleicht auch von Beethoven) beschäftigen und so die außergewöhnlichen Künste Bachs (und vielleicht auch Beethovens) und Hölderlins kontrapunktisch miteinander in Verbindung setzen.

Foto: Matthias Horn

Es spielen: Bendix Dethleffsen, Josefine Israel, Sasha Rau, Lars Rudolph, Samuel Weiss, Martin Zeller

Regie: Christoph Marthaler Bühne: Duri Bischoff Kostüme: Sara Kittelmann Licht: Annette ter Meulen Idee und künstlerische Beratung: Carl Hegemann Dramaturgie: Malte Ubenauf
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