Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

von Edward Albee / Repertoire

Premiere 18/01/2019

SchauSpielHaus

Dauer: Zwei Stunden. Keine Pause.

Termine

23/
12/Mo SchauSpielHaus / zum 25. Mal

Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Ehekrieg erscheint, erweist sich bei genauerer Prüfung als etwas
komplizierter: Ein eigentlicher Konflikt zwischen Martha und George, die seit der Uraufführung des Stückes 1962 am Broadway immer wieder in die Arena ihres Wohnzimmers treten, ist nicht einfach zu benennen. Zwar gibt es allerlei Wortgefechte, Beleidigungen, Tiefschläge, die ganze Bandbreite bürgerlichen Ehelebens – die faszinierende Kunst der beiden zunehmend alkoholisierten Protagonist*innen scheint aber gerade darin zu bestehen, Entwurf und Geschichte ihrer komplexen Beziehung ständig zu überarbeiten. Was dabei Fiktion ist und was Wirklichkeit, können nicht nur die beiden ahnungslosen Gäste Nick und Honey nicht entscheiden, auch wir Zuschauer*innen werden darüber im Unklaren gelassen. Konnte man in früheren Zeiten von einer öffentlichen Fassade und den dahinter lauernden Lebenslügen der Eheleute sprechen, verschwimmt hier diese Art Zuordnung völlig: Martha und George sind ein gut eingespieltes Team in einer so kreativen wie vitalen Ehe-Performance. Und ihre eigentlichen Feinde sind möglicherweise die Langeweile einer spießigen Provinz und die Angst vor dem Sterben.
»Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« ist weit mehr als das well-made play, als das es lange galt. Es ist ein Jahrhundertwerk, fulminant in der Wut, rührend in der Traurigkeit, uneinholbar in seiner Unverschämtheit und in seinem Witz.

AUDIODESKRIPTION
Bei der Vorstellung am 23/12 bieten wir eine Audiodeskription für blinde und seheingeschränkte Zuschauer*innen an. Gefördert durch die Freunde des Deutschen SchauSpielHauses in Hamburg e.V.

FerienPassSchauSpielHaus
Bei der Vorstellung am 23/12 erhalten Sie mit dem FerienPassSchauSpielHaus 50% Rabatt auf den regulären Kartenpreis. Mehr Infos zum Ferienpass…


Fotos: Arno Declair

Es spielen: Josefine Israel, Matti Krause, Maria Schrader, Devid Striesow

Regie: Karin Beier Bühne: Thomas Dreißigacker Kostüme: Maria Roers Licht: Annette ter Meulen Ton: Shorty Gerriets Musikalische Beratung: Jörg Gollasch Choreographische Mitarbeit: Valenti Rocamora i Tora

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

„Es braucht starke Schauspieler für diese Szenen und Dialoge. Und es braucht eine präzise Regie, die der Eskalation Raum und Rahmen gibt. Das tut Karin Beier. Stück, Regie, Bühne, Darsteller – diese Inszenierung ist auf allen Ebenen „einfach“ gutes Theater. Vom Premierenpublikum mit Jubel und verdienten Bravos gefeiert.“

FAZ

„Karin Beiers meisterliche Inszenierung mit dem grandiosen Ensemble zeigt wunderbar herzlich, wie gültig Albees Stück ist: Ganz im Ernst und heiter gelöst, nicht als Salonkomödienwitz, sondern als Paartherapietragödienkatastrophe. Großer Premierenjubel.“

Die Welt / Hamburg

„Karin Beier bringt immer wieder Ruhe in das grausame Gemetzel, durch kleine Gesten zärtlicher Vertrautheit, durch Albernheiten, die beweisen, dass hier zwei schlecht miteinander, aber gar nicht ohne einander leben können. Auch das gehört zum Spiel, das Devid Striesow großartig in seinem elementaren Hass, in kalter Wut, Zynismus, resignativer Verbitterung bis zur aasig kalkulierter Rache lebt.“

Hamburger Morgenpost

„Ein einfach, aber wirkungsvoll inszeniertes Psychodrama mit Starpower: Maria Schrader und Devid Striesow brillieren im alkoholgeschwängerten Kammerspiel.“

Spiegel Online

„Ein Fest für das Publikum. Nach ihrem »König Lear« gelingt es Karin Beier einmal mehr, einen gealterten Text klug und effizient in intelligente Form zu gießen, ohne ihn gewaltsam neu zu interpretieren. Im sehr zurückhaltend und deshalb so wirksam akzentuiertem Licht (Annette der Meulen) glühen die Emotionen des Schauspieler-Quartetts auf und verlöschen im traurigen Flackern. Wenn ein Theater-Finale solche enorme Empathie erzeugt, ist das beglückend.“

Radio Bremen

„Die Inszenierung hat alles, was eine gute Inszenierung braucht. Die Starbesetzung ist die große Stärke des Abends. Unbedingt anschauen!“

Deutschlandfunk Kultur – FAZIT

„Mit minutenlangem Applaus feierte das Hamburger Publikum die Darsteller von Karin Beiers Neuinszenierung von »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« im Deutschen Schauspielhaus. Die große Anerkennung galt dabei insbesondere Grimme-Preisträger Devid Striesow und Maria Schrader, die sich zwei Stunden lang in ihren Rollen als „George“ und „Martha“ einen ungehemmten, skrupellosen Schlagabtausch lieferten.“

Nachtkritik

„Die Darsteller sind fantastisch! Und die Regie? Sie gibt den Darstellern ausreichend Raum, setzt oft auf kleine, genau beobachtete Gesten, arbeitet psychologisch und wehrt sich meist noch rechtzeitig gegen zu viel Naturalismus.“

Lübecker Nachrichten

„Grandios gespielt, virtuos in Szene gesetzt: Der Bühnenklassiker »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« verzückt das Publikum am Deutschen Schauspielhaus.“

NDR Kultur

„Die Besetzung stimmt also und Karin Beier inszeniert flott, mit einem guten Gespür für den Rhythmus dieses blitzgescheiten Ehedramas. Fazit: Zuhören und zusehen unbedingt empfohlen.“

Süddeutsche Zeitung

„Eine solch überschaubare und wortlastige Konstellation wie »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« steht und fällt jedoch vor allem mit der Besetzung, und auch da lässt Beiers Produktion wenig zu wünschen übrig. Vor allem Maria Schrader ist ein Glücksgriff. Als Martha wirkt sie wechselweise aggressiv, lasziv, verletzlich, arrogant und resigniert.“

NDR Hamburg Journal

„Schrader und Striesow bekämpfen und beleidigen sich fast so gewaltig wie Taylor und Burton im Film. Mit vollem Einsatz werfen sie sich in diese bitterböse Tour de Force. Absolut sehenswert!“

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